Die Mythen des Geldes – und plötzlich arbeitet die KI

Geld ist Geld. Arbeit ist Arbeit. Wer viel leistet, verdient viel. Wer viel verdient, kann mehr Steuern zahlen. Und wenn der Staat Geld braucht, muss er es irgendwo einnehmen.

Klingt alles irgendwie logisch. Vor allem, weil wir uns daran gewöhnt haben.

In der dritten Folge unserer Reihe über radikale Steuervereinfachung und Menschlichkeit beginnen Ilse und ich deshalb, an ein paar Selbstverständlichkeiten zu kratzen. Wir sprechen über die „Mythen des Geldes“ – über Vorstellungen, die unser Denken über Wirtschaft und Gesellschaft prägen, obwohl wir sie kaum noch grundsätzlich hinterfragen.

Ein Beispiel ist die Steuergerechtigkeit. Besteuert werden soll nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Aber was ist eigentlich Leistung – und wie lässt sie sich gerecht bewerten?

Spätestens mit der künstlichen Intelligenz wird die Frage ziemlich interessant. Menschen arbeiten und zahlen auf ihr Einkommen Steuern. Maschinen und KI können immer mehr dieser Arbeit übernehmen. Eigentlich wunderbar: Schließlich haben wir Maschinen einmal erfunden, damit sie uns Arbeit abnehmen.

Aber was machen wir mit der gewonnenen Freiheit?

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Für Ilse liegt genau hier einer der Denkfehler unseres bisherigen Systems. Denn vieles von dem, was Menschen besonders gut können und was eine Gesellschaft dringend braucht, lässt sich kaum in die gewohnten wirtschaftlichen Kategorien pressen: Kinder begleiten, Menschen pflegen, sich ehrenamtlich engagieren, Gemeinschaft gestalten, kreativ sein.

Während Maschinen immer leistungsfähiger werden, behandeln wir ausgerechnet das Menschliche häufig als Kostenfaktor.

Damit führt unser Gespräch wieder zur Geldbewegungsabgabe aus der vorherigen Folge. Ilse möchte die Finanzierung des Gemeinwesens von der individuellen Arbeitsleistung entkoppeln. Nicht der Mensch soll besteuert werden, weil er arbeitet. Die Abgabe soll dort entstehen, wo Geld bewegt wird – auch in einer Wirtschaft, in der KI und automatisierte Prozesse einen immer größeren Anteil übernehmen.

Doch je länger wir darüber reden, desto deutlicher wird: Hinter der Steuerfrage steckt eine viel größere Baustelle.

Was ist Geld überhaupt? Was verstehen wir unter Leistung? Warum halten wir manche Tätigkeiten für wertvoll und andere nicht? Warum erscheint uns Wachstum selbstverständlich? Was passiert, wenn wir Geld mit real vorhandenen Gütern und Leistungen verwechseln? Und warum reden wir über Geld oft noch in Bildern, die aus einer längst vergangenen Wirtschaftswelt stammen?

Fertige Antworten gibt es auch diesmal nicht. Ilse will vielmehr an die Grundannahmen heran, auf denen unser wirtschaftliches Denken beruht.

Vielleicht sind die Mythen des Geldes deshalb besonders hartnäckig, weil sie irgendwann aufgehört haben, wie Mythen auszusehen.

Sie erscheinen uns einfach als Realität.

Besucht Ilse auch gerne in ihrem Gedankentheater und macht euch selbst eine Vorstellung: Vorhang auf!

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