Das System reparieren? Wir bauen lieber etwas Eigenes!

Unterwegs auf Uli Gausmanns Utopie Akademie in Bayern
Während sich anderswo die Menschen darüber streiten, welche Partei nach der nächsten Wahl endlich alles besser machen soll, haben sich in Fahrenbach in Bayern Menschen getroffen, die nicht mehr darauf warten möchten.
Unternehmer, Landwirte, Handwerker, Kulturschaffende und Menschen aus dem Bildungs- und Gesundheitswesen. Sie alle bringen etwas mit: Erfahrungen, Ideen, wirtschaftliche Möglichkeiten und den Wunsch, gemeinsam etwas Sinnvolles auf die Beine zu stellen.
Dr. Ulrich Gausmann hatte zur dritten Utopie Akademie eingeladen. Und Radio Berliner Morgenröte war mit Mikrofon und einer ordentlichen Portion Neugier dabei.
Wie kann man sein Lebenswerk schützen, ohne sich unnötig von Banken und Versicherungen abhängig zu machen? Welche Möglichkeiten bieten Vereine, Stiftungen und andere Formen der Unternehmensfinanzierung? Wie können ganze Regionen wirtschaftlich eigenständiger werden?
Der ehemalige Bürgermeister Hans Popp berichtete beispielsweise, wie die Menschen in der fränkischen Kleinstadt Merkendorf ihre Energieversorgung und regionale Wirtschaft selbst vorangebracht haben. Heiko Silvio Schuler zeigte Möglichkeiten alternativer Eigentums- und Unternehmensstrukturen auf. Und Anke Schmietainski stellte mit ihren „Häusern des Heilens“ ein Modell für gemeinschaftlich finanzierte Gesundheitsversorgung vor.
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Aber gute Ideen allein reichen nicht. Das wissen vor allem Menschen, die bereits versucht haben, mit anderen zusammen etwas aufzubauen. Denn spätestens wenn es um Zuständigkeiten, Geld, persönliche Eitelkeiten oder unterschiedliche Erwartungen geht, kann aus einer wunderbaren Gemeinschaftsidee ein ziemlich anstrengendes Abenteuer werden.
Susanne Schultz beschäftigte sich deshalb mit der Frage, warum Gemeinschaftsprojekte scheitern und wie wir besser miteinander umgehen können. Gemeinsam mit Annalena Müller brachte sie frischen Wind in die Akademie – und eine ganze Reihe praktischer Methoden, die Zusammenarbeit tatsächlich erleichtern können.
Und dann durfte ich selbst erleben, wie das funktioniert. Mein eigenes Medienprojekt Radio Morgenröte Deutschland wurde zum Gegenstand einer sogenannten kollegialen Fallberatung. Ich stellte meine Ideen und Schwierigkeiten vor und musste anschließend eine Viertelstunde lang einfach nur zuhören, während andere Menschen über mein Projekt nachdachten und Vorschläge entwickelten.
Für jemanden, der beruflich gerne redet, schon eine gewisse Herausforderung. Aber es hat sich gelohnt. Neue Anregungen, andere Blickwinkel und sogar erste Kooperationsangebote waren das Ergebnis.
In unserer Morgenröten-Odyssee nehmen wir euch mit auf diese Akademie. Ihr hört von den Referenten, lernt zahlreiche Teilnehmer und ihre Projekte kennen und erlebt, wie aus unterschiedlichen Erfahrungen gemeinsame Möglichkeiten entstehen können.
Denn eine neue Wirtschafts- und Gesellschaftskultur fällt uns nicht einfach vom Himmel. Wir können selbst anfangen, sie aufzubauen.
Weitere Informationen
Utopie Akademie – Offizielle Webseite
Livestream Radio Morgenröte Deutschland:
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